Anreise
Verkehrsanbindung (Öffis)
Ich kann nur ÖPNV bewerten. Zwar ist die Kaserne im Norden Dresdens (Neustadt) beheimatet, aber der Hbf Dresden, als auch der Bahnhof Dresden-Neustadt, werden von ICEs und allerlei anderen Regionalbahnen angefahren. Von da aus fahren überall Straßenbahnen und auch Busse in alle Richtungen. Die Kaserne hat eine eigene Bushaltestelle und auch eine Straßenbahnhaltestelle ist nur 10 Minuten entfernt. Man kommt also sehr gut dort hin. Straßenbahnen werden in Dresden eh das Mittel der Wahl werden, also tut ihr gut daran die DVB App zu installieren oder die Straßenbahnnummern zu lernen ;)
Unterkunft
Internetverbindung / Empfang
Ich habe in verschiedenen Lehrgängen in verschiedenen Unterkunftsgebäuden gewohnt. Es gab von ca. 4 Unterkunftgebäuden auch ein schlechtes, aber fairerweise wurde dies auch nur als "Notunterkunft" behandelt und fällt auch dem regulären Nutzungsdienst raus. Die normalen Unterkünfte waren von hochwertig bis absolut hotelähnlich. Die älteren Gebäude sind alle saniert und man teilt sich das Bad mit der Nachbarstube, dafür sind die Räume riesig und auch alle gut ausgestattet. Die Neubaublocks sind absolut topmodern und wirklich herausragend in der Qualität. Auch hier wird sich zu zweit die Nasszelle geteilt, die ebenfalls hochmodern ist. Und dann gibt es da noch die XII. Inspektion, die ausgelagert ist an der Wiener Straße... und kein wirkliches militärisches Gelände ist, sondern angemietete Wohnunterkünfte. Die Zimmer (keine Stuben) sind hotelähnlich modern und zivilem Standard angepasst, mit eigener Küche und eigenem Bad... aber psst, das ist OSH Geheimnis ;)
Arbeitsplatz
Internetverbindung / Empfang
Top Arbeitsbedingungen, wo man hinguckt. Modernes Material, moderene Lernmaterialien, modernes Arbeitsumfeld (ggf. zwar in alten Gebäuden, aber das wurde gut kombiniert). Historisches Gelände zudem, ehem. königl. sächsisches Kaserne mit viel ehemaliger Militärprominenz die hier ihr Handwerk gelernt hat. Besonders sind bei manchen Stuben kleine Täfelchen, welcher bekannte Militär hier mal als Offizierschüler gelernt hat. So manch ein Generalfeldmarschall ist darunter...
Truppenküche
Atmosphäre & Organisation
Truppenküche ist sehr gut, moderner Bau mit großer Auswahl an Speisen. Personal ist etwas unfreundlich, aber das kann verschmerzt werden. Hoher Andrang aufgrund vieler verschiedener Lehrgangsteilnehmer, sprich lange Schlangen. Wer keine Zeit mehr bei langer Schlange hat, ab in die Heimgesellschaft (direkt gegenüber). Kostet zwar ein paar Euro mehr, geht aber schneller und ist auch sehr lecker!
Ärztliche Versorgung
Verfügbarkeit von Fachärzten
Gemischtes Bild beim SanVz. Einerseits wurde hier eine schwere Verletzung von mir (nach monatelanger Hängepartie in anderen SanVzs) endlich festgestellt, da ein OFA mich endlich fachüberwiesen hat ans BWK, inkl. MRT zivil. Auch Folgeärztinnen waren sehr gut und geduldig mit meinen Verletzungsfolgen, jedoch war ein hoher Arztdurchsatz da (wenig Konstanz bei der Behandlung) und für spezifische Arztbehandlung musste man bissl länger warten (für eine allg. Behandlung war jedoch immer Platz und auch ein Arzt da). Wartezeiten in Ordnung, aber SanVz sehr beansprucht durch hohe Lehrgangsteilnehmerzahl. SanPersonal bisschen überfordert mit G-Akten und deren Verwaltung. Zahnarztgruppe sehr gut, sehr professionell, Termine muss man jedoch früh buchen, da viele Lehrgangsteilnehmer in Dresden die Zeit nutzen um den jährlichen Zahnarztcheck zu machen. Sonst sind die Abläufe relativ strukturiert. Das SanVz Dresden ist zudem sehr streng mit Soldaten die meinen in Feldanzug zum Arzt zu müssen, hier wird Wert auf Zivilkleidung oder Sportanzug gelegt. Finde ich aber persönlich schon in Ordnung so.
Fürsorgeangebote
Habe in Dresden die Fürsorge (leider) in Anspruch nehmen müssen. Der Sozialdienst war spitze, hat mich immer zurückgerufen, mit mir kommuniziert via Email und war stets für mich da. Hat mir mir gemeinsam ein Schreiben im Detail aufgesetzt, für mich rechtliche Fragen prüfen lassen und mich vollumfänglich unterstützt. Großes Lob!
Der Militärpfarrer in Dresden hat sein eigenes kleines Häuschen und läd dort immer Soldaten zu sich ein. Macht tollen, kreativen LeKu (und wirklich mit Kuchen!) und ist generell Soldaten sehr aufgeschlossen gegenüber. Sein LeKu war übrigens der Beste in meiner Dienstzeit und hat mich sogar nach Dienst weiter daran erinnern lassen. Top!
Leben innerhalb der Kaserne
Gemeinschaft nach Dienstschluss
Offizierheimgesellschaft (OHG)
Dresden hat eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten, ob auf dem Sportfeld, an dem Sportcontainer, im Schwimmbad oder am Wald... oder natürlich außerhalb der Kaserne. Hier kommt jeder auf seine Kosten,
zudem ist alles modern und top ausgestattet. Die XII. Inspektion hat da wieder bissl Besonderheiten, die
darf (muss) ins zivile Gym ausweichen, wird aber mit atemberaubendem Dresdenblick belohnt. Es gibt für
die Kameraden auch nen Sportcontainer im BWDLZ.
Die Heimgesellschaft (neben Truppenküche) bietet gemütliches Essen auf Ledersesseln an, mit Fernseher und Co. Tolle Orga, top Ordonannzen und den OSH-Burger sollte jeder einmal gegessen haben. Die Kaserne besitzt einer der wenigen noch existierenden Offizierskasinos der Bundeswehr. Ich durfte im Rahmen eines Lehrgangs dort zweimal verweilen und speisen, was einen einzigartigen Charme hat. Es erinnert etwas an eine andere Zeit des Offizier sein, mit Flügel, Vitrinen toller militärgeschichtlichen Objekte, Festsaal, "Raucherzimmerchen" (bzw. eher Kleingruppenzimmer) und einer langen Speisetafel, sowie ehrwürdigen Bilder mit Militärbezug. Jeder der die Chance hat, diesen Glanz eines solchen Kasinos mal in geselliger Abendrunde in einer Dresdner Sommernacht zu erleben, sollte dies tun.
Leben außerhalb der Kaserne
Was soll ich sagen: Dresden steht einem offen. Direkt in der Umgebung ist zwar "nur" ein Edeka und ein paar kleine Restaurants, aber die gegenüberliegende Neustadt steht einem in seiner vollen Fülle an Gastronomie, Freizeitaktivitäten, ärztlicher Versorgung und besonders Nachtleben zur Verfügung. Aber: die Neustadt ist ein bekanntes linke-Szene Viertel, welche auf Soldaten nicht so gut zu sprechen sind. Zahlreiche Schlägereien sind schon vor Polizei und Vorgesetztem gelandet. Wenn ihr euch also da reinstürzt, immer in zivil, nie in Uniform. Und man sollte nicht jedem ins Gesicht sagen, dass man bei der Bundeswehr ist. Der Dienstherr stellt uns da auf die Probe mit der Kaserne direkt vor solch einem Szeneviertel ;) Kulturell ist Dresden ein Schatz, jeder sollte mal ins historische Zentrum (Frauenkirche, Semperoper, Residenzschloss+Zwinger) fahren und persönlich empfehle ich noch das Militärhistorische Museum (MHM) der Bundeswehr, was direkter Nachbar der Kaserne ist. Soldaten haben kostenlos Eintritt (Truppenausweis genügt, ob zivil oder Uniform) und hier lernt man alles über Kultur und Geschichte vom Ritter bis zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr (und mehr).